Zürich (tzn) – Was Millionen von Hausfrauen, Hausmännern und verzweifelten WG-Bewohnern seit Jahrzehnten vermuten, ist nun wissenschaftlich belegt: Socken verschwinden in Waschmaschinen tatsächlich in ein Paralleluniversum. Ein Forschungsteam der ETH Zürich unter Leitung von Prof. Dr. Anneliese Schleudergang hat nachgewiesen, dass bei exakt 1.200 Umdrehungen pro Minute sogenannte Mikro-Wurmlöcher in der Waschmaschinentrommel entstehen – und diese sind präzise eine Socke breit.
„Wir hatten den Verdacht schon länger“, erklärte Prof. Dr. Schleudergang auf einer Pressekonferenz in Zürich, bei der sie eine einzelne blaue Herrensocke in der Hand hielt wie eine Trophäe. „Die Mathematik war eigentlich von Anfang an eindeutig. Bei 1.200 Umdrehungen pro Minute erzeugt die Zentrifugalkraft in Kombination mit der Restwassermenge und dem Weichspüler-Tensid-Verhältnis eine Raumzeitkrümmung, die exakt den Durchmesser einer zusammengerollten Socke hat. Nicht zwei Socken – wohlgemerkt. Immer nur eine. Das erklärt, warum nie ein Paar verschwindet.“
Für den Nachweis verwendete das Team einen umgerüsteten Teilchenbeschleuniger, der ursprünglich vom CERN in Genf ausgeliehen worden war. „Wir haben den LHC-Detektor miniaturisiert und in eine handelsübliche Miele W1 eingebaut“, erläuterte der Physiker Dr. Marco Faltenwurf, Co-Autor der Studie. „Die Daten sind eindeutig: Im Schleudergang öffnet sich für exakt 0,003 Sekunden ein stabiles Wurmloch. Es ist unglaublich elegant. Die Natur hat offenbar eine Schwäche für einzelne Socken.“
Der spektakulärste Moment der Forschungsreihe ereignete sich am 23. Januar, als das Team versehentlich eine Socke aus dem Paralleluniversum empfing. Die Socke – eine graue Wollsocke, Größe 43, mit einem kleinen Loch an der Ferse – materialisierte sich während eines Testlaufs in der Trommel. Bemerkenswert: Sie war auf links gedreht. „Das ist konsistent mit unserer Theorie“, erklärte Prof. Dr. Schleudergang. „Beim Durchqueren des Wurmlochs wird die Socke topologisch invertiert. Was bei uns rechts ist, ist dort links. Es ist im Grunde ein kosmischer Sockenwender.“
Die Entdeckung liefert auch endlich eine Erklärung für ein weiteres Alltagsphänomen: Warum Trockner so viel Flusen produzieren. Laut der Studie handelt es sich bei den Flusenfasern um „interdimensionalen Debris“ – winzige Materiefragmente, die beim Öffnen und Schließen der Mikro-Wurmlöcher entstehen. „Jedes Mal, wenn Sie das Flusensieb reinigen, halten Sie buchstäblich die Überreste eines interdimensionalen Transfers in den Händen“, so Dr. Faltenwurf. „Das sollte einem eigentlich Ehrfurcht einflößen. Tut es aber nicht, weil es eklig ist.“
Die Börsen reagierten umgehend auf die Nachricht. Aktien von Sockenherstellern wie Falke, Burlington und dem schwedischen Konzern Happy Socks stiegen innerhalb weniger Stunden um bis zu 280 Prozent. Analysten begründen den Anstieg damit, dass die Nachfrage nach Socken nun wissenschaftlich als „strukturell unendlich“ gilt. „Wenn jede Waschmaschine ein Portal in ein anderes Universum ist, wird die Menschheit niemals genug Socken haben“, erklärte ein Analyst der Deutschen Bank. „Das ist das nachhaltigste Geschäftsmodell seit der Erfindung des Toastbrots.“
Pikant: Aus dem Paralleluniversum soll inzwischen eine Nachricht eingetroffen sein. Ein Zettel, der sich zusammen mit der empfangenen grauen Socke in der Trommel materialisierte, trug in krakeliger Handschrift die Worte: „Bitte hören Sie auf, uns Socken zu schicken. Wir haben hier bereits 14 Milliarden einzelne Socken und keinen Platz mehr. Mit freundlichen Grüßen, Prof. Dr. Schleudergang (Paralleluniversum-Version).“ Die ETH Zürich prüft derzeit die Authentizität des Dokuments.
Das Nobelpreiskomitee in Stockholm zeigte sich von der Entdeckung „vorsichtig verwirrt“. Ein Sprecher erklärte, man wisse nicht, ob die Arbeit eher in die Kategorie Physik, Chemie oder Hauswirtschaft falle. „Wir haben für so etwas keine Kategorie“, sagte er. „Aber wir sind beeindruckt. Und beunruhigt. Vor allem beunruhigt.“ Inoffiziell heißt es, das Komitee erwäge die Einführung eines neuen Nobelpreises für „Erkenntnisse, die niemand wollte, aber alle brauchten“.
Die Haushaltsgeräteindustrie hat bereits reagiert. Miele stellte noch am selben Tag eine neue Produktlinie namens „WurmLock™“ vor – Waschmaschinen mit spezieller Anti-Wurmloch-Beschichtung in der Trommel, die das Entstehen interdimensionaler Portale verhindern soll. Bosch konterte mit dem „SockenSafe 3000“, einem integrierten Sockenzähler, der vor und nach dem Waschgang die Anzahl der Socken vergleicht und bei Abweichungen einen Alarm auslöst. Samsung ging einen Schritt weiter und bewirbt seine neue Maschine mit dem Slogan: „Wurmloch-sichere Wäsche – oder Ihr Geld zurück. In diesem Universum.“
Prof. Dr. Schleudergang kündigte abschließend an, als nächstes untersuchen zu wollen, wohin Kugelschreiber, Haarklammern und einzelne Tupperdeckel verschwinden. „Wir vermuten, dass es sich um verwandte Phänomene handelt“, sagte sie. „Möglicherweise gibt es ein ganzes Netzwerk von Paralleluniversen, die sich auf den Empfang unserer verlorenen Alltagsgegenstände spezialisiert haben. Wenn das stimmt, dann ist unser Universum im Grunde die Rumpelkammer des Multiversums.“