Heidelberg (tzn) – Eine bahnbrechende Studie des Max-Müller-Instituts für prähistorische Zahnmedizin hat ans Licht gebracht, dass die Neandertaler bereits vor 50.000 Jahren rudimentäre zahnärztliche Techniken anwandten. Ein Team um den Forscher Dr. Klaus Wolfzahn hat Beweise für primitive Füllungstechniken in Neandertaler-Fossilien entdeckt.

Frühe Zahnarztpraxis im Neandertaler-Stil

Laut Dr. Wolfzahn verwendeten die Neandertaler Baumharze und Tierknochen als füllende Materialien. „Es ist zu vermuten, dass Zahnärzte damals durch die Neandertaler-Höhlen zogen und ihre Dienste gegen Mammutfleisch tauschten“, so Wolfzahn.

  • Verwendung von höhlengebrannten Stöcken als primitive Zahnbürsten
  • Kariesbehandlungen mit honigbasierten Süßschmierstoffen
  • Zahnextraktionen mit Hilfe von Steinkeilen

Erstaunliche Rückschlüsse aus Fossilien

Die Untersuchung fossiler Neandertaler-Gebisse hat Rückschlüsse auf eine erstaunlich komplexe Zahnmedizin eröffnet. „Dies ist ein bedeutender Fortschritt in unserem Verständnis der prähistorischen Medizin“, erklärt Dr. Wolfzahn stolz. „Vielleicht waren die Neandertaler die ersten, die verstanden, dass Zahnschmerzen eine äußerst unangenehme Angelegenheit sind.“

Die Entdeckung wirft die Frage auf, ob der Mensch von Natur aus ein dentalversierter Spezies ist oder ob die Neandertaler einfach vorweggenommen haben, was uns noch lange Zeit Schmerzen bereiten wird.