Frankfurt (tzn) – In einem bislang beispiellosen Schritt hat Bundestrainer Julian Nagelsmann einen Staubsauger-Roboter des Typs „RoboSaug 3000“ für das anstehende Länderspiel gegen Liechtenstein nominiert. Die Begründung des Bundestrainers auf der Pressekonferenz war so knapp wie überzeugend: „Er hat eine deutlich bessere Raumaufteilung als alles, was wir im Mittelfeld haben. Er deckt jeden Winkel ab. Und er beschwert sich nie.“
Die Idee sei dem Trainerteam bei einer spätabendlichen Taktikanalyse gekommen, als ein Staubsauger-Roboter im DFB-Campus durch den Besprechungsraum fuhr. „Wir haben seine Laufwege auf dem Bildschirm verfolgt und plötzlich gemerkt: Der fährt ein perfektes 4-3-3“, erklärte Co-Trainer Sandro Wagner. „Kein Menschlicher Spieler schafft es, den Raum so gleichmäßig abzudecken. Kein toter Winkel, kein verschenkter Laufweg. Es war fast poetisch.“
Bereits die erste Trainingseinheit mit der Mannschaft lieferte beeindruckende Daten. Laut GPS-Tracking legte der RoboSaug 3000 in 90 Minuten eine Gesamtstrecke von 14,2 Kilometern zurück – mehr als jeder Mittelfeldspieler der Bundesliga in der laufenden Saison je geschafft hat. Besonders bemerkenswert: Der Roboter absolvierte diese Distanz mit einer konstanten Geschwindigkeit von 9,5 km/h und ohne einen einzigen Tempoverlust. „Joshua Kimmich lief daneben und wirkte zum ersten Mal in seiner Karriere unbeeindruckt“, notierte ein Beobachter.
Ein Highlight des Trainings war eine Ecksituation in der 67. Minute. Während die Mannschaft den Eckball erwartete, fuhr der RoboSaug 3000 systematisch den gesamten Strafraum ab und hatte diesen innerhalb von 23 Sekunden vollständig gereinigt – sowohl taktisch als auch buchstäblich. „Der Strafraum war danach staubfrei“, bestätigte Platzwart Heinrich Mäher. „Das hat noch kein Sechser geschafft.“
Die FIFA hat umgehend eine Sondersitzung einberufen, um zu klären, ob der Einsatz eines Staubsauger-Roboters regelkonform ist. Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob Lithium-Ionen-Batterien als leistungssteigernde Substanz – also als Doping – einzustufen sind. „Ein Spieler, der nie müde wird, nie Durst hat und nie über den Schiedsrichter schimpft, verzerrt eindeutig den Wettbewerb“, argumentierte ein Vertreter des Weltverbands. Die WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur) prüft derweil, ob Strom aus der Steckdose unter die verbotene Substanzliste fällt.
Adidas hat die Gunst der Stunde erkannt und dem Roboter bereits einen Sponsorenvertrag über drei Jahre angeboten. Details sind noch geheim, aber Insider berichten von einem Schuhvertrag – obwohl der RoboSaug 3000 bekanntlich keine Füße hat. „Wir werden eine limitierte Edition von Saugroboter-Schuhen herausbringen“, soll ein Adidas-Manager gesagt haben. „Drei Streifen, runde Sohle, eingebauter HEPA-Filter. Revolutioniert den Markt.“
Kritiker weisen allerdings auf eine entscheidende Schwäche des neuen Nationalspielers hin: Treppen. Der RoboSaug 3000 verfügt über Absturzsensoren, die ihn daran hindern, Kanten und Erhöhungen zu überwinden. In der Praxis bedeutet das: Er meidet den gegnerischen Strafraum, sobald die Verteidigung auch nur leicht erhöht steht. „Das erklärt seine offensiven Defizite“, räumte Nagelsmann ein. „Aber als Sechser, der den Raum vor der Abwehr kontrolliert, ist er Weltklasse. Er muss ja nicht ins gegnerische Tor saugen.“
Andere Nationalmannschaften beobachten die Entwicklung mit großem Interesse. Spanien soll bereits ein „Roomba-Pressing“ trainieren – eine Taktik, bei der sich alle Spieler wie Staubsauger-Roboter bewegen und systematisch jeden Quadratmeter des Spielfelds abdecken. England erwägt angeblich den Einsatz eines Rasenmäher-Roboters als Rechtsverteidiger. Italien setzt weiterhin auf menschliche Spieler, „weil Maschinen kein Catenaccio spielen können“, wie ein Sprecher erklärte.
Auch medial sorgt der RoboSaug 3000 bereits für Furore. Das Fachmagazin „Kicker“ hat dem Roboter eine eigene Kolumne angeboten, die jeden Donnerstag unter dem Titel „Saubere Sache – Die Woche aus Sicht des RoboSaug 3000“ erscheinen soll. Die erste Ausgabe wurde laut Redaktion bereits von einer KI verfasst und bestand aus einer detaillierten Analyse der Staubverteilung im Mittelkreis. „Inhaltlich war das besser als 80 Prozent unserer Kolumnen“, gab Chefredakteur Rainer Rasen zu.
Nagelsmann bleibt bei seiner Entscheidung und plant, den RoboSaug 3000 gegen Liechtenstein von Beginn an aufzustellen. „Ich weiß, dass das kontrovers ist“, sagte er. „Aber Fußball entwickelt sich weiter. Früher haben sie gelacht, als man die Rückpassregel eingeführt hat. Früher haben sie gelacht, als man den Videobeweis eingeführt hat. Und jetzt lachen sie, weil ein Staubsauger-Roboter im Mittelfeld spielt. Aber am Ende werden die Ergebnisse für sich sprechen.“ Der RoboSaug 3000 selbst kommentierte die Nominierung nicht. Er fuhr stattdessen leise surrend zurück zu seiner Ladestation.