Hamburg (tzn) – Die seit Montag andauernde Vollsperrung des Elbtunnels auf der A7 sorgt für Chaos im norddeutschen Verkehr. Nun hat der ADAC eine offizielle Routenempfehlung herausgegeben, die unter Autofahrern für Verwirrung sorgt: Der empfohlene Umweg führt über Fehmarn, die Ostsee und Kopenhagen. Geschätzte Mehrfahrzeit: 14 Stunden und 23 Minuten.
„Wir haben alle Alternativen gründlich geprüft“, erklärte ADAC-Verkehrsexperte Holger Lenkrad auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. „Die B73 ist verstopft, die A1 ist eine einzige Baustelle, und die Fähre über die Elbe hat eine Wartezeit von geschätzten elf Stunden. Da ist der Umweg über Dänemark die logische Wahl.“ Er fügte hinzu: „Außerdem ist Kopenhagen um diese Jahreszeit wirklich sehr hübsch. Nutzen Sie die Gelegenheit.“
Die Route führt von Hamburg über die A1 nach Puttgarden, von dort mit der Fähre nach Rødby, weiter über die dänische Autobahn E47 nach Kopenhagen und von dort über die Öresundbrücke nach Malmö, durch ganz Südschweden, mit der Fähre zurück nach Kiel und schließlich über die A210 zum ursprünglichen Ziel. Der ADAC empfiehlt, für die Tour einen zusätzlichen Tank und „gute Reiseproviant“ mitzunehmen. Optional seien ein Übernachtungsstopp in Kopenhagen und ein Besuch der Kleinen Meerjungfrau.
Die Reaktionen der betroffenen Autofahrer fielen gespalten aus. „Ich wollte eigentlich nur von Harburg nach Stellingen, das sind normalerweise 20 Minuten“, klagte der Hamburger Berufspendler Thorsten M. „Jetzt soll ich über Skandinavien fahren? Mein Chef wird begeistert sein.“ Eine Lkw-Fahrerin aus Niedersachsen hingegen zeigte sich pragmatisch: „Ich transportiere Tiefkühlpizza nach Schleswig-Holstein. Über Kopenhagen dauert es zwar länger, aber wenigstens taut unterwegs nichts auf – in Dänemark ist es kalt genug.“
Die dänische Regierung reagierte mit einer Mischung aus Freude und Besorgnis. Tourismusminister Lars Pansen begrüßte die „unerwartete Marketingmaßnahme für den dänischen Tourismus“, warnte aber vor Überlastung der Infrastruktur: „Wir lieben unsere deutschen Gäste, aber bitte nicht alle auf einmal. Unser Autobahnnetz hat nur zwei Spuren.“ Kopenhagens Oberbürgermeisterin bot an, kostenlose Hyggea-Pakete an gestresste deutsche Autofahrer zu verteilen – bestehend aus Kerzen, einem Wollpullover und einem Rezept für Smørrebrød.
Das Bundesverkehrsministerium teilte mit, die Sperrung des Elbtunnels werde „voraussichtlich bis Ende März“ andauern. Ein Ministeriumssprecher ergänzte: „Wir empfehlen allen Betroffenen, die Situation als Chance zu begreifen. Wer über Kopenhagen fährt, spart zwar keine Zeit, sammelt aber Lebenserfahrung.“ Der ADAC arbeitet derweil an einer alternativen Route über die Schweiz – „für den Fall, dass auch die dänische Strecke überlastet ist“.