München (tzn) – Der Steuerberater Dr. Klaus-Dieter Abschreiber hat mit seinem neuen Ratgeber „Steuererklärung 2026 – Warum Sie es einfach lassen sollten“ die deutsche Finanzwelt in Aufruhr versetzt. Das 340 Seiten starke Werk, erschienen im Verlag „Steuerflucht & Söhne“, vertritt eine so simple wie revolutionäre These: Die Steuererklärung ist freiwillig. Sie ist es zwar nicht – aber wenn man fest genug daran glaubt, fühlt es sich so an.

„Ich habe 23 Jahre lang Steuererklärungen für meine Mandanten erstellt“, erklärte Dr. Abschreiber bei der Buchvorstellung in einer Münchner Buchhandlung, die vor der Steuerabteilung stattfand – ein Ort, den laut Abschreiber „noch nie jemand freiwillig betreten hat“. „Und nach 23 Jahren kam mir eine Erkenntnis: Was, wenn man es einfach lässt? Was, wenn die ganze Aufregung um Anlage N, Werbungskosten und Pendlerpauschale einfach – unnötig ist?“ Das Publikum, bestehend aus 200 verzweifelten Steuerzahlern, applaudierte stehend.

Die Kernempfehlung des Buches ist bestechend einfach: Sammeln Sie alle Belege, Quittungen und Kontoauszüge des Jahres, legen Sie sie in eine Schublade – und öffnen Sie diese Schublade nie wieder. Dr. Abschreiber nennt dies die „Schubladenmethode“ und widmet ihr ein ganzes Kapitel mit dem Titel „Aus den Augen, aus dem Steuersystem“. Für Fortgeschrittene empfiehlt er, dem Finanzamt statt einer Steuererklärung eine Freundschaftsanfrage zu schicken. „Finanzämter sind auch nur Menschen“, schreibt er. „Vielleicht wollen sie einfach mal nett gefragt werden, statt immer nur Formulare zu bekommen.“

Das Buch schaffte es innerhalb von 48 Stunden auf Platz 1 der Amazon-Bestsellerliste in der Kategorie „Persönliche Finanzen“ – und auf Platz 1 der internen Warnliste des Bundesfinanzministeriums. Ein Sprecher des Finanzamts München kommentierte den Ratgeber mit den Worten: „Wir freuen uns über jeden Kontakt. Bevorzugt mit ELSTER.“ Auf die Freundschaftsanfrage von Dr. Abschreiber habe man „aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht reagiert, aber intern herzlich gelacht“.

Die Wellen, die das Buch schlug, waren beträchtlich. Dr. Abschreiber wurde von der Deutschen Steuerberater-Vereinigung zur jährlichen Fachkonferenz nach Nürnberg eingeladen – einer Veranstaltung mit 3.000 Steuerprüfern, Finanzbeamten und Wirtschaftsjuristen. Er erschien nicht. Auf Nachfrage erklärte er: „Aus Prinzip. Ich gebe ja auch keine Steuererklärung ab. Warum sollte ich dann zu einer Konferenz gehen?“ Die Veranstalter lieferten seinen leeren Stuhl nach – mit einem Schild: „Dr. Abschreiber – abwesend, aber im Geiste abgesetzt.“

Die unmittelbaren Folgen für die digitale Infrastruktur waren verheerend. Nachdem mehrere Tageszeitungen (echte, nicht wir) über das Buch berichteten, loggten sich innerhalb von drei Stunden 2,7 Millionen Bürger gleichzeitig bei ELSTER ein – nicht um ihre Steuererklärung abzugeben, sondern um zu prüfen, ob die Abgabe tatsächlich freiwillig ist. Der Server brach zusammen. Ein Techniker des ELSTER-Systems wurde mit den Worten zitiert: „Das war das erste Mal, dass sich jemand für ELSTER interessiert hat. Wir waren darauf nicht vorbereitet.“

In den Wochen nach der Veröffentlichung gründete sich in Hannover die bundesweit erste Selbsthilfegruppe für „Steuererklärungsverweigerer“. Die Gruppe trifft sich jeden zweiten Donnerstag im Hinterzimmer einer Kneipe und zählt bereits 847 Mitglieder. „Wir tauschen uns aus, wir weinen gemeinsam über Anlage KAP, und manchmal bringen wir unsere ungenutzten ELSTER-Zertifikate mit und verbrennen sie feierlich“, berichtet Gründerin Petra Freibetrag. Das Finanzamt Hannover-Mitte hat der Gruppe „aus Kollegialität“ einen Kranz geschickt – mit der Aufschrift „In Gedenken an Ihre Säumniszuschläge“.

Das Bundesfinanzministerium sah sich schließlich gezwungen, eine öffentliche Gegenkampagne zu starten. Unter dem Slogan „Wir vermissen Ihre Belege“ wurden Plakate in U-Bahn-Stationen, Bushaltestelllen und – besonders perfide – in Buchhandlungen direkt neben dem Regal mit Abschreibers Buch aufgehängt. Die Kampagne zeigt ein trauriges Finanzamt-Maskottchen namens „ELSTER-Elke“, eine cartoon-hafte Elster mit Tränen in den Augen und einem leeren Briefkasten. „Die Kampagne war überraschend emotional“, kommentierte ein Werbeexperte. „Ich hätte nicht gedacht, dass ein Finanzamt mich zum Weinen bringen kann. Normalerweise ist es andersherum.“

Der Verlag zog das Buch inzwischen „auf drängende Empfehlung mehrerer Behörden“ aus dem Handel zurück. Dr. Abschreiber reagierte gelassen: „Das Buch mag weg sein, aber die Schublade bleibt.“ Auf die Frage, ob er selbst denn seine Steuererklärung abgegeben habe, antwortete er nach längerem Schweigen: „Nächste Frage.“ Gerüchten zufolge arbeitet er bereits an einem Nachfolgewerk mit dem Titel „GEZ – Warum Sie einfach nicht öffnen sollten“.