Anmerkung der Redaktion für sinnlose Ratschläge: Der folgende Artikel wurde von unserem Team aus zertifizierten Lebensberatern verfasst, die allesamt selbst seit Jahren am Montag scheitern. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass keiner dieser Tipps jemals bei irgendjemandem funktioniert hat. Aber das hat uns noch nie davon abgehalten, sie trotzdem zu veröffentlichen. Viel Spaß – oder was auch immer man an einem Montag empfinden kann.
Düsseldorf (tzn) – Der Montag. Seit Menschengedenken gefürchtet, von niemandem geliebt, von der Wissenschaft offiziell als längster Tag der Woche bestätigt (27 Stunden, 14 Minuten – siehe unsere Studie aus der letzten Woche). Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken – was übrigens Tipp Nr. 9 gewesen wäre, hätten wir Platz gehabt – präsentieren wir Ihnen sieben bewährte Strategien, mit denen Sie den Montag garantiert nicht überleben. Äh, überstehen. Wir meinen überstehen.
Tipp 1: Früh aufstehen – damit der Montag noch länger dauert. Unsere Experten empfehlen, den Wecker auf 4:30 Uhr zu stellen. Warum? Weil der Montag um 6:00 Uhr ohnehin beginnt, ob Sie wollen oder nicht. Wenn Sie schon um 4:30 Uhr wach sind, haben Sie anderthalb Stunden Vorsprung, in denen Sie die Decke anstarren und sich fragen können, wo Ihr Leben falsch abgebogen ist. Laut einer völlig erfundenen Umfrage des Deutschen Instituts für Frühaufsteher (DIF) berichten 97 Prozent der Menschen, die montags früh aufstehen, dass der Tag sich anschließend „ungefähr doppelt so lang anfühlt“. Mission accomplished.
Tipp 2: Positiv denken – es ist ja „nur ein Tag“. Sagen Sie sich beim Aufstehen laut vor: „Es ist nur ein Tag. Ein einziger Tag.“ Ignorieren Sie dabei konsequent die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Montage nachweislich 27 Stunden und 14 Minuten dauern. Ignorieren Sie auch, dass nach dem Montag der Dienstag kommt, der laut aktuellen Erhebungen der zweitschlimmste Tag der Woche ist. Und der Mittwoch? Nennen wir ihn den „Montag der Wochenmitte“. Positives Denken funktioniert am besten, wenn man die Realität vollständig ausblendet. Das üben Sie ja ohnehin jeden Tag im Büro.
Tipp 3: Kaffee – vier Tassen vor 9 Uhr simulieren Lebensfreude. Kaffee ist nicht nur ein Getränk, sondern eine Überlebensstrategie. Unsere Experten empfehlen, bereits vor dem Verlassen des Hauses mindestens vier Tassen zu konsumieren. Der resultierende Herzschlag von 180 Schlägen pro Minute lässt sich bei oberflächlicher Betrachtung kaum von echter Begeisterung unterscheiden. Ihre Kollegen werden denken, Sie seien „unglaublich motiviert“, während Sie in Wahrheit einfach nur zittern. Bonus-Effekt: Ab der fünften Tasse beginnen die Farben im Büro leicht zu vibrieren, was die Arbeitsumgebung deutlich interessanter macht.
Tipp 4: Sport – joggen Sie ins Büro, die Verzweiflung gibt Ihnen Geschwindigkeit. Nichts vertreibt die Montagsmüdigkeit so effektiv wie körperliche Erschöpfung. Joggen Sie die gesamte Strecke zur Arbeit. Wenn Sie normalerweise 45 Minuten mit dem Auto brauchen, planen Sie vier Stunden ein und starten Sie entsprechend früher (siehe Tipp 1). Die existenzielle Verzweiflung, die Sie am Montagmorgen verspüren, lässt sich hervorragend in kinetische Energie umwandeln. Studien zeigen, dass Menschen, die montags vor Verzweiflung joggen, im Durchschnitt 23 Prozent schneller laufen als an anderen Tagen. Im Büro angekommen, sind Sie dann zwar verschwitzt, erschöpft und desillusioniert – aber immerhin nicht mehr müde.
Tipp 5: Meal Prep – weinen Sie beim Kochen, das würzt das Essen. Bereiten Sie Ihr Montagsessen am Sonntagabend vor. Das Weinen, das sich unweigerlich einstellt, wenn Sie realisieren, dass morgen Montag ist, ersetzt das Salzen auf natürliche Weise. Eine Leserin berichtete uns: „Seit ich sonntags für den Montag vorkoche, spart mein Haushalt jährlich 4,80 Euro an Salz. Mein Risotto schmeckt allerdings nach Traurigkeit.“ Pro-Tipp: Schneiden Sie Zwiebeln, während Sie an Ihre Montagstermine denken. So können Sie das Weinen auf die Zwiebeln schieben, falls jemand fragt.
Tipp 6: Digital Detox – starren Sie stattdessen die Wand an. Lassen Sie am Montagmorgen alle elektronischen Geräte aus. Kein Smartphone, kein Laptop, kein Fernseher. Starren Sie stattdessen 20 Minuten lang eine weiße Wand an. Unsere Tester berichten, dass dies „exakt genauso befriedigend ist wie Social Media, aber ohne die Werbung“. Außerdem vermeiden Sie so die Konfrontation mit fröhlichen Instagram-Posts von Menschen, die ihren Montag angeblich „lieben“. (Diese Menschen lügen. Ausnahmslos.)
Tipp 7: Früh schlafen gehen – denn der Dienstag ist nur der zweitschlimmste Tag. Gehen Sie am Montag spätestens um 19 Uhr ins Bett. Ja, das bedeutet, dass Sie den Montag einfach verschlafen. Und ja, das ist der ganze Tipp. Manche werden einwenden, dass man dann den Dienstag überstehen muss – und das stimmt. Aber der Dienstag ist nur der zweitschlimmste Tag der Woche. Das ist immerhin ein Fortschritt. Wir nennen es „inkrementelle Verbesserung“. In der Wirtschaft würde man dafür eine PowerPoint-Präsentation erstellen.
Bonus-Tipp Nr. 8: Rufen Sie einfach krank an. Wir wissen, wir hatten sieben Tipps versprochen. Aber seien wir ehrlich: Die einzige wirklich wirksame Strategie gegen den Montag ist, ihn gar nicht erst mitzumachen. Rufen Sie morgens um 7:58 Uhr bei Ihrem Arbeitgeber an und murmeln Sie etwas von „Magen-Darm“. Niemand stellt Fragen bei Magen-Darm. Niemand will Details. Es ist das perfekte Alibi. Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse – die wir soeben erfunden haben – sind 74 Prozent aller Montags-Krankmeldungen „strategischer Natur“. Die restlichen 26 Prozent sind tatsächlich krank. Vor Montag.
Leserpost: Wir haben bereits hunderte Zuschriften zu diesem Ratgeber erhalten. Hier eine Auswahl: „Tipp 3 hat mein Leben verändert. Ich habe jetzt Herzrasen, aber wenigstens fühle ich etwas.“ – Sandra M. aus Bochum. „Ich habe Tipp 4 befolgt und bin 17 Kilometer ins Büro gejoggt. Als ich ankam, war es Dienstag.“ – Klaus-Peter W. aus Offenbach. „Tipp 6 ist der beste. Ich starre jetzt seit drei Wochen die Wand an. Mein Chef hat mich befördert, weil er dachte, ich meditiere.“ – Anonym, Großraumbüro Frankfurt.
Haftungsausschluss: Die Redaktion von Tageszeitung.net weist ausdrücklich darauf hin, dass das Befolgen dieser Tipps zu folgenden Nebenwirkungen führen kann: existenzielle Krisen, unkontrolliertes Weinen im Aufzug, spontane Kündigungen, ein ungeklärtes Verhältnis zur Kaffeemaschine, chronische Wandanstarr-Sucht sowie der plötzliche Drang, nach Bali auszuwandern und dort eine Kokosnuss-Farm zu eröffnen. Für Schäden, die durch die Anwendung dieser Tipps entstehen, übernehmen wir keine Haftung. Wir können ja nicht mal unseren eigenen Montag überstehen.