Berlin (tzn) – Die Rolltreppen des Berliner Hauptbahnhofs gelten seit Jahren eher als stehende Monumente denn als nützliche Transportmittel. Statt sich in Rage zu reden, nehmen die meisten Berliner die Situation inzwischen mit Galgenhumor.
Die „stehende“ Attraktion
„Wir haben überlegt, ob wir diese ständigen Plattformen der Stagnation nicht einfach zu einer touristischen Attraktion deklarieren sollten“, erklärt Sybille Langweilig, Leiterin des Referats für Stadtentwicklungs-Ironie. „Schließlich zieht es Leute aus aller Welt an, wenn sie sehen können, mit welchen Alltagsproblemen wir uns hier herumschlagen.“
Eine neu ins Leben gerufene Initiative plant nun, die Rolltreppen als dauerhafte Kunstinstallationen zu deklarieren. „Sie stehen sinnbildlich für den Alltag in einer Großstadt. Nichts bewegt sich, doch alle sind in Eile“, so Rudi Stillstand, selbsternannter Kunstkritiker und passionierter Rolltreppensitzer.
Ungewöhnliche Nutzung
- Fitness-Fanatiker planen das Überqueren im Rahmen von Crossfit-Workouts
- Lokale Bands nutzen die Treppen als Bühnen für spontane Gigs
„Es ist zu einer Art Ritual geworden“, berichtet ein Anwohner. „Ein nie enden wollendes Comedy-Programm, das jeden Tag neues Publikum hat.“ Tatsächlich erfreuen sich die stehenden Rolltreppen zunehmender Beliebtheit als Social-Media-Hotspot. Influencer fotografieren sich auf den Stufen in möglichst mühseligen Posen.
Ein Ausblick auf die Zukunft
Für die nahende Zukunft sind keine Änderungen geplant. Behörden versuchen, die Situation durch die Einführung von monatlichen Belohnungen für die kreativste Nutzung der Rolltreppen positiv zu wenden. Bis dahin bleibt Berlin seinem Ruf treu: Eine Stadt, die nie stillsteht – es sei denn, sie steht stilvoll auf einer Rolltreppe.