Bielefeld (tzn) – Eine bahnbrechende Langzeitstudie des renommierten „Instituts für Arbeitsplatzvermeidung“ in Bielefeld hat bestätigt, was Millionen Arbeitnehmer seit Jahrzehnten vermuten: 93 Prozent aller Meetings hätten problemlos durch eine einzige E-Mail ersetzt werden können. Noch brisanter: 87 Prozent dieser E-Mails hätten überhaupt nicht verschickt werden müssen.
Die Studie, die über einen Zeitraum von drei Jahren 47.000 Büromeetings in deutschen Unternehmen analysierte, zeichnet ein ernüchterndes Bild der modernen Arbeitswelt. „Wir haben festgestellt, dass der durchschnittliche deutsche Büroangestellte 14,7 Stunden pro Woche in Meetings verbringt, die ausschließlich dazu dienen, weitere Meetings zu planen“, erklärt Studienleiterin Prof. Dr. Claudia Sitzkreis.
Besonders alarmierend: In 67 Prozent der Fälle entwickelte sich das Phänomen des „Meeting über das Meeting über das Meeting“. Ein dokumentierter Extremfall in einem DAX-Konzern zeigte eine Meeting-Kette, die sich über neun Ebenen erstreckte. „Beim letzten Meeting dieser Kette konnte sich niemand mehr erinnern, worum es ursprünglich ging“, so Dr. Sitzkreis. „Die Teilnehmer vermuteten, es ginge um die neue Kaffeemaschine. Tatsächlich sollte eine Unternehmensfusion besprochen werden.“
Die Studie dokumentiert auch das sogenannte „Phantom-Meeting-Syndrom“: 41 Prozent aller Meetings finden statt, obwohl alle Teilnehmer sich einig sind, dass sie sinnlos sind. „Aber keiner traut sich, das Meeting abzusagen“, erklärt die Forscherin. „Es steht ja im Kalender. Und was im Kalender steht, ist heilig.“
Als Reaktion auf die Studienergebnisse haben mehrere Unternehmen bereits „Meeting-Detox-Programme“ eingeführt. Die Softwarefirma „CodeCraft“ in München ging noch einen Schritt weiter und verbot Meetings komplett. Das Ergebnis: Die Produktivität stieg um 340 Prozent. Allerdings bemerkte niemand diesen Erfolg, da es kein Meeting gab, bei dem man ihn hätte berichten können.
„Wir haben versucht, die Ergebnisse per E-Mail zu kommunizieren“, berichtet Geschäftsführer Martin Tastatur. „Aber die E-Mail wurde in 89 Prozent der Fälle nicht gelesen. Wir brauchten also ein Meeting, um über die nicht gelesenen E-Mails zu sprechen. Dann fiel uns auf, dass wir ja eigentlich keine Meetings mehr machen wollten. Jetzt sitzen wir hier und wissen nicht weiter.“
Die Pharmaindustrie hat bereits reagiert: Ein neues Medikament namens „Meetinol“ soll Menschen dabei helfen, die Sinnlosigkeit von Meetings zu ertragen. Die Nebenwirkungen sind allerdings beträchtlich: spontane Kalender-Abstinenz, zwanghaftes Löschen von Outlook-Einladungen und in schweren Fällen eine komplette Immunreaktion gegen PowerPoint-Präsentationen.
Pikantes Detail am Rande: Die Studienergebnisse selbst wurden in einer dreistündigen Pressekonferenz präsentiert, die, wie Prof. Dr. Sitzkreis später einräumte, „problemlos ein Tweet hätte sein können“. Das Institut plant nun eine Folgestudie über die Sinnlosigkeit von Studien über die Sinnlosigkeit von Meetings. Die Ergebnisse sollen in einem zweitägigen Symposium vorgestellt werden.
Das Bundesarbeitsministerium erwog kurzzeitig, eine Meeting-Obergrenze von drei Stunden pro Woche einzuführen. Der Vorschlag wurde jedoch in einem achtwochigen Meeting-Marathon zerredet und letztendlich verworfen. Ein Sprecher des Ministeriums kommentierte: „Wir hätten das auch per E-Mail klären können. Aber dann hätten wir keine E-Mail-Antworten bekommen. Also brauchten wir ein Meeting.“
Die Studie schließt mit einer ernüchternden Prognose: Bis 2030 werden voraussichtlich 98 Prozent aller Arbeitszeit in Meetings verbracht, die andere Meetings vorbereiten. Die restlichen zwei Prozent entfallen auf das Verfassen von E-Mails, die niemand liest, und das verzweifelte Suchen nach einem freien Besprechungsraum.