Göttingen (tzn) – Eine Langzeitstudie der Universität Göttingen hat ergeben, dass Menschen, die vor 6 Uhr aufstehen, statistisch gesehen früher am Tag sterben als Langschläfer. Die Ergebnisse, die am Freitag im renommierten „Journal für Sinnlose Korrelationen“ veröffentlicht wurden, sorgen seitdem für hitzige Debatten in Schlafforschung, Politik und an Weckerherstellern.

„Wer um 5 Uhr aufsteht, kann theoretisch schon um 5:01 Uhr tot umfallen“, erklärte Studienleiter Prof. Dr. Hartmut Müdemann bei der Pressekonferenz, die demonstrativ erst um 14 Uhr begann. „Langschläfer haben dieses Risiko frühestens ab 11 Uhr. Das ist ein Unterschied von bis zu sechs Stunden – eine Zeitspanne, in der man gemütlich frühstücken, duschen und eine komplette Staffel einer Netflix-Serie schauen könnte.“ Auf die Frage, ob die Studie nicht vielleicht eine triviale Selbstverständlichkeit beschreibe, entgegnete Müdemann: „In der Wissenschaft gibt es keine Selbstverständlichkeiten. Es gibt nur Daten. Und unsere Daten sind eindeutig.“

Die Studie wurde über einen Zeitraum von 15 Jahren mit 12.000 Probanden durchgeführt. 6.000 von ihnen standen täglich vor 6 Uhr auf, die andere Hälfte schlief regelmäßig bis mindestens 10 Uhr. Die Forscher dokumentierten akribisch, zu welcher Tageszeit die Probanden hypothetisch hätten sterben können, wenn sie gestorben wären. „Wir haben niemanden tatsächlich sterben lassen“, betonte Müdemann. „Das wäre ethisch problematisch gewesen. Aber die Modellrechnungen sind statistisch wasserdicht.“ Die Fehlerquote liege bei „maximal 100 Prozent, was im Rahmen des Üblichen ist“.

Unter Frühaufstehern sorgte die Studie für Verunsicherung. Der Münchner Bäckermeister Klaus Frühbrot, der seit 30 Jahren um 3:30 Uhr aufsteht, zeigte sich bestürzt: „Ich hab immer gedacht, früh aufstehen ist gesund. Jetzt erfahre ich, dass ich jeden Tag sechs Stunden länger dem Tod ausgesetzt bin als meine Kunden, die erst um halb zehn reinschlurfen und sich beschweren, dass die Brezeln schon kalt sind.“ Er überlege nun, seine Bäckerei erst um 13 Uhr zu öffnen. „Dann bin ich zwar pleite, aber statistisch sicherer.“

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) distanzierte sich von der Studie, lobte jedoch gleichzeitig ihren „kreativen Umgang mit Zahlen“. Prof. Dr. Sabine Schlummerer, Vorsitzende der DGSM, erklärte: „Natürlich sterben Frühaufsteher früher am Tag – sie sind ja auch früher wach. Das ist, als würde man feststellen, dass Menschen, die näher am Meer wohnen, häufiger nasse Füße bekommen.“ Dennoch räumte sie ein, dass die Studie „für die Öffentlichkeitsarbeit der Schlafforschung unbezahlbar“ sei. „Seit Jahren versuchen wir, die Leute zum längeren Schlafen zu bewegen. Vielleicht hilft ja Angst, wo Vernünft versagt hat.“

Der Bundesverband der Weckerhersteller (BdW) reagierte mit scharfer Kritik und kündigte juristische Schritte an. Verbandssprecher Ralf Klingelmann nannte die Studie „geschäftsschädigend und wissenschaftlich fragwürdig“. „Seit Veröffentlichung der Studie sind unsere Umsätze um 34 Prozent eingebrochen“, klagte er. „Menschen stornieren Wecker-Bestellungen und schreiben uns wütende E-Mails, in denen sie uns als ›Komplizen des frühen Todes‹ bezeichnen.“ Der BdW habe bereits eine Gegenstudie in Auftrag gegeben, die belegen soll, dass Langschläfer häufiger vom Mittagessen überrascht werden – „was auch nicht ungefährlich ist“.

Auch die Politik meldete sich zu Wort. Gesundheitsminister Dr. Theo Wachbleib zeigte sich „besorgt, aber nicht alarmiert“ und kündigte die Einsetzung einer Expertenkommission an, die bis 2028 prüfen soll, ob die Empfehlungen für gesunden Schlaf angepasst werden müssen. „Wir nehmen jede Studie ernst, auch wenn wir sie nicht verstehen“, sagte er. Die FDP forderte derweil die Abschaffung der Sommerzeit, „damit die Bürger wenigstens einmal im Jahr eine Stunde länger vor dem statistischen Frühtod geschützt sind“. Die Grünen schlugen eine „Gleitzeit fürs Aufstehen“ vor, die arbeitsrechtlich verankert werden solle. „Niemand sollte gezwungen sein, vor 9 Uhr produktiv zu sein“, erklärte Fraktionssprecherin Anja Spätauf.

Die Krankenkassen reagierten unterschiedlich. Die Techniker Krankenkasse kündigte an, Frühaufsteher künftig in eine höhere Risikogruppe einzustufen. „Wer freiwillig vor 6 Uhr aufsteht, betreibt statistisch gesehen Extremsport“, erklärte ein Sprecher. „Dafür braucht man eine Zusatzversicherung.“ Die AOK hingegen plant, Schlafmasken und Verdunkelungsrollos in ihren Präventionskatalog aufzunehmen. „Früher haben wir Fitnesskurse bezuschusst. Künftig fördern wir professionelles Ausschlafen“, hieß es in einer Presseerklärung. Ein Pilotprojekt „Gesund durch Gammelei“ soll im Herbst starten.

In den sozialen Medien ging die Studie erwartungsgemäß viral. Unter dem Hashtag #SchlafFürDeinLeben teilten Langschläfer triumphierende Selfies aus dem Bett, während Frühaufsteher mit dem Hashtag #WeckerGate dagegenhielten. Der Influencer @FitnessUm5 (2,3 Millionen Follower), bekannt für seine morgendlichen Eisbad-Videos um 4:30 Uhr, verlor innerhalb von 48 Stunden 400.000 Abonnenten. In seiner Stellungnahme erklärte er unter Tränen: „Ich wusste nicht, dass frühes Aufstehen statistisch tödlich ist. Ich dachte, es macht nur den Charakter kaputt.“

Arbeitgeber zeigten sich von den Ergebnissen unbeeindruckt. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erklärte, frühes Aufstehen bleibe „eine unternehmerische Notwendigkeit“, und verwies darauf, dass „auch Spätaufsteher irgendwann sterben, nur eben später am Tag, was für die Produktivität sogar schädlicher sein könnte, weil es in die Kernarbeitszeit fällt“. Prof. Dr. Müdemann kündigte derweil eine Folgestudie an, die untersuchen soll, ob Menschen, die samstags arbeiten, statistisch häufiger am Wochenende sterben. „Die vorläufigen Ergebnisse sind vielversprechend“, sagte er und gähnte demonstrativ.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel ist frei erfunden. Frühes Aufstehen ist nicht gefährlich – nur unangenehm. Schlafen Sie trotzdem gut.